http://www.servustv.com/de/Medien/Talk-im-Hangar-770

Der Lebensrechtler diskutierte auf ServusTV unter anderem mit dem Abtreibungsarzt Christian Fiala. Nach der Sendung äußerte sich Lohmann im kath.net-Interview

Köln (kath.net) Martin Lohmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL) und ein wichtiges deutsches Gesicht des Lebensschutzes, diskutierte auf ServusTV unter anderem mit dem Abtreibungsarzt Christian Fiala. Dabei bezog der katholische Publizist unerschrocken und mit starken Argumenten Position für das Lebensrecht eines jeden Menschen und warnte vor dem Wiederaufkommen einer Teilung in “lebenswertem und lebensunwertem Leben”. kath.net hat Lohmann zu seinen Erfahrungen mit dem Mann, der zwei Abtreibungskliniken leitet und mit dem Töten noch nicht geborener Menschen Geld verdient, befragt.

kath.net: Herr Lohmann, Sie saßen mit dem Abtreibungsarzt Fiala vor der Kamera in Salzburg. Konnten Sie seine Meinung verstehen? Und hat er umgekehrt wenigstens nach der Sendung Ihnen und Ihren Argumenten für das Leben gegenüber Nachdenklichkeit gezeigt?

Martin Lohmann: Ich habe von ihm kein einziges Argument gehört, das die schreckliche und brutale Tötung noch nicht geborener kleiner Menschen rechtfertigen würde. Aber ich habe auch wahrgenommen, dass dieser Mann, der mit der Tötung kleiner Menschen Geld verdient und diese Tötung bereits tausendfach durchgeführt hat, die so logischen und eigentlich selbstverständlichen Argumente für das Leben und für das Lebensrecht eines jeden Menschen gar nicht hören will. Ich hatte den Eindruck, dass er sein Gewissen regelrecht abgekapselt hat, gleichsam vakuumverschweißt, denn ihn schien gar nichts zu bewegen, und er schien sich für kein noch so freundlich vorgetragenes Argument richtig zu interessieren.

kath.net: Sie sprechen vom Gewissen des massenhaft abtreibenden Arztes. Also hat er eins?

Lohmann: Davon gehe ich aus. Und dafür habe ich auch Indizien. Denn ich nehme einmal an, dass er ja täglich mitbekommt, was er da macht, wenn er ein kleines wachsendes Kind tötet, vergiftet, zerschneidet oder absaugt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dabei übersieht, dass da ein Herz schlägt, das er als Arzt zum Stillstand bringt. Herr Fiala wendet aus meiner Sicht einen gedanklichen Trick an, um sich das Nachdenken zu ersparen.

Er behauptet wider alle medizinische Erkenntnis, dass es sich erst nach der Geburt um ein Kind, um einen Menschen handelt. Er sagt sich selbst und anderen, das, was er da “wegmache”, sei “in keinster Weise ein Kind”, und der Schwangerschaftsabbruch sei nur der “Abschluss einer Phantasie”.

Am liebsten hätte er wohl, wenn niemand mehr von einem ungeborenen Kind sprechen würde. Mir scheint, das würde er gerne unterdrückt wissen. Doch erklären kann er nicht, warum dieses “Produkt der Phantasie” einen eigenen Herzschlag und einen eigenen Blutkreislauf hat.

kath.net: Aber was hat das mit dem Gewissen zu tun?

Lohmann: Eben! Für mich ist die Haltung nichts anderes als die schwere Betäubung des Gewissens.

Anders könnte man doch nicht erklären, dass es einen gebildeten Menschen augenscheinlich kalt lässt, wenn wehrlose Menschen getötet, von ihm selbst getötet werden. Und ehrlich gesagt: Auch ein ins Koma versetzte Gewissen ist noch ein Gewissen. Man müsste es nur zum Erwachen bringen können. Mir scheint, dass bei manchen Menschen die Betäubung geradezu überdosiert ist und man wohl schwer dieses Gewissen wach küssen kann. Aber: Es ist da, wenn auch im Tiefschlaf. Und es bleibt zu hoffen, dass es sich irgendwann meldet. Wäre es nicht da, bräuchte auch ein Fiala nicht so starke mentale Betäubungsmittel gegen sich selbst. Und deshalb schlummern in den völlig absurden und auch irgendwie zynischen Aussagen des Massenabtreibers ziemlich versteckt doch einige Hoffnungsschimmer. Ich kann nur wünschen, dass Aufklärung und Erkenntnisse letztlich stärker sind als jede dieser Betäubungsversuche.

kath.net: Während der Sendung hat Herr Fiala stets verbindlich gelächelt, und es fiel auf, dass Sie sich seine mehrfachen Versuche, Sie zu unterbrechen, schließlich erfolgreich verbeten haben. War er anschließend immer noch lächelnd?

Lohmann: Weniger. Und während der Sendung kam mir mal der Gedanke, ob er in einer recht geschlossenen eigen konstruierten Welt lebt. Aber ich hatte auch den Eindruck, dass er sich vor Fakten und den darauf aufbauenden Argumenten irgendwie fürchtet. Ansonsten müsste man ja auch nicht versuchen, andere zu unterbrechen und aus dem Konzept zu bringen. Doch auch das bestätigt letztlich meine Analyse, dass auch in einem Betreiber mehrerer Abtreibungskliniken ein Gewissen schlummert.

Er wäre ja nicht der erste, der eines Tages wach wird und sein bisheriges Tun bereut. Doch mit jedem Tag des Zuwartens und Unterdrückens wird es natürlich für manche nicht leichter, den hellen und humanen Weg zu suchen und mutig zu gehen. Ich bete für ihn. Und das sollten viele tun. Meines Erachtens ist er auf einem fürchterlichen Irrweg.

Der Link zur Sendung: Talk im Hangar7: Das perfekte Baby – Wer entscheidet über Leben und Tod?

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Berlin (kath.net) Der BVL-Vorsitzende und Publizist Martin Lohmann hat Mitleid mit jungen Menschen, die „von geistigen Brandstiftern in feinem Zwirn als Hassfackeln missbraucht“ werden. Lohmann hat mit einigen Gegnern des Lebensmarsches das Gespräch gesucht und war verwundert. kath.net hat ihn nach seinen Erfahrungen gefragt. Dabei kommt Erstaunliches ans Tageslicht.

kath.net: Herr Lohmann, offenbar waren sogar mehr als 6000 Teilnehmer friedlich unterwegs beim Lebensmarsch, aber es gab auch einige Hundert aggressive Störer, Es wird erzählt und wurde offenbar beobachtet, dass Sie nach dem Marsch für das Leben und vor dem Gottesdienst mit einigen der Gegendemonstranten gesprochen haben. Stimmt das?

Martin Lohmann: Ja, das stimmt. Ich erkannte in meiner Nähe drei junge Frauen, die uns zuvor mit dummen Parolen begleitet und angeschrien hatten. Unsere Blicke begegneten sich nun kurz, und da habe ich sie angesprochen und gefragt, warum sie denn so herumgeschrien hätten und ob sie gegen das Leben seien. Eines der Mädchen hatte mich zuvor höflich gefragt, ob sie sich eines der Plakate nehmen dürfe, worauf Hilfsangebote angeboten werden.
kath.net: Und was bekamen Sie zur Antwort?

Lohmann: Zunächst: Ich sah in letztlich liebenswürdige Gesichter von drei jungen Menschen, die etwas verunsichert waren, weil ich sie so freundlich angesprochen hatte. Da war nichts Böses mehr zu sehen, eher ein Erstaunen. Und man sagte mir, sie hätten doch das Recht darauf, uns anzuschreien. Meine Frage, ob ihnen denn aufgefallen sei, dass sie von niemandem angeschrien worden seien, erwiderten sie mit einem „Ja, schon.“ Aber sie müssten ja so schreien, weil wir alle sie ja hassen würden. Als ich daraufhin bemerkte, dass niemand sie hasse, hieß es: „Aber ihr hasst doch, wie wir leben!“ Ich meinte dann: „Noch einmal: Niemand hasst euch hier! Aber wir halten es für total falsch, wenn ihr auf Kosten des Lebens eines anderen Menschen lebt. Aber deshalb hassen wir euch doch nicht, die ihr liebenswerte junge Menschen seid. Euer ganzes Leben liegt noch vor euch, und ihr könnt – wie übrigens jeder Mensch – jederzeit neu anfangen. Wer hat euch bloß gesagt, dass wir euch hassen würden? Das ist doch absurd. Merkt ihr denn nicht, dass ihr da von anderen als Hassträger missbraucht werdet?“

kath.net: Wow, da ging es aber zur Sache, oder?

Lohmann: Ja, irgendwie schon. Und ich bin dankbar für diese mich in vielerlei Hinsicht nachdenklich stimmende Begegnung. Denn es kam natürlich gleich wieder der Hinweis, Lebensschützer seien doch rechts außen. Begründen konnten das meine Gesprächspartner selbstverständlich nicht. Man habe es ihnen halt so gesagt. Und man habe ihnen auch gesagt, dass Christen der völlig falschen Ansicht seien, es handele sich von Anfang an um einen Menschen. Doch das sei in Wirklichkeit ein nichtsagender Zellklumpen, den „man natürlich wegmachen dürfe“. Außerdem würden Lebensschützer und Christen ja den Frauen das Recht auf ihre eigene Lebensgestaltung und ihren eigenen Körper absprechen. Daher müsse man gegen das Patriarchat kämpfen, das überall unterdrücke. Meine Nachfrage, ob sie denn mitbekommen hätten, dass wir zum Beispiel an der Spitze der Regierung eine Frau hätten, und nicht nur da, wischten die jungen Frauen mit dem Hinweis weg, Merkel sei doch letztlich sehr männlich und Exponentin des die Frauen unterdrückenden Patriachats.

kath.net: Was warfen die jungen Menschen Ihnen vor?

Lohmann: Sie warfen uns vor, dass wir angeblich alle Frauen unterdrücken und ihnen jede Freiheit nehmen wollten. Und dass sie gegen uns vorgehen müssten, weil wir sie hassten. Absurd! Aber man hatte ihnen das wohl eingetrichtert.

kath.net: Und weiter?

Lohmann: Ich habe daran erinnert, dass es Freiheit ohne Verantwortung nicht gebe, und dass niemand von uns etwas gegen eine gelebte Sexualität hat. Wir alle seien doch sexuelle Wesen und hätten die Begabung und den Auftrag, unsere Sexualität verantwortungsbewusst zu gestalten. Wie jede unserer Triebe. Und wenn ein neuer Mensch entstanden sei, dann handele es sich eben nicht mehr nur um den Körper der Frau. Das aber, so schien mir, konnten die jungen Leute gar nicht verstehen. Sie bezweifelten sogar meinen Hinweis, dass es inzwischen erwiesen sei, dass alle Informationen für den neuen, sich als Mensch entfaltenden jungen Menschen, bereits durch die Zeugung vorhanden seien, so erstaunlich und unglaublich das auch sei. Aber es sei nun mal so. Daher sollte man seine Sexualität auch nicht einfach so unbedacht ausleben und die Entstehung eines neuen kleinen Menschen billigend in Kauf nehmen, so als könne und dürfe man ihn jederzeit wieder wegmachen. Aber mir schien, dass die jungen Frauen hier komplett unaufgeklärt waren. Sie schauten mich mit ratlosen Gesichtern an. Offenbar hatte man ihnen etwas ganz anderes erzählt und ihnen die Wirklichkeit, also die Fakten verschwiegen.

kath.net: Worüber waren die drei jungen Frauen denn am meisten erstaunt?

Lohmann: Sie waren bewegt und wehrten zugleich strikt ab, als ich Ihnen nochmals sagte, dass sie nicht von uns oder mir gehasst werden und ich – wie viele andere auch – für sie bete. „Wie bitte, Sie (Betonung) beten für uns? Das kann doch nicht sein. Aber außerdem gibt es Gott ja gar nicht“, meinte eine von ihnen. „Och doch“, sagte ich, „den gibt es, und der liebt auch euch. Und für mich ist Gott das Kostbarste überhaupt. Sich von ihm geliebt zu wissen, sei wunderbar und echt schön. Und diesen wirklich existierenden und wirklich liebenden Gott würde ich um Segen bitten, „auch für euch“. Ich bekam fragende und ungläubige Blicke, in denen sich Sehnsucht zu verstecken suchte, als ich sagte: „Lasst euch mal auf ihn ein, denn Gott betrügt und verführt nie. Aber er schafft Licht. Auch für euch und ich euch. Glaubt mir, es ist wundervoll.“ Wissen Sie, ich wusste schon früher, dass man für solche Menschen viel beten sollte und muss. Nach diesem Gespräch weiß ich mich in dieser Überzeugung sehr bestärkt.

kath.net: Das klingt nach sehr viel Verständnis Ihrerseits für diese Gegendemonstranten.

Lohmann: Das habe ich durchaus. Denn ich glaube, diesen jungen Menschen, die uns da geradezu hilflos und argumentationsfrei anschreien und Gewalt gegen christliche Symbole und Menschen ausüben, von Ideologen in feinem Zwirn regelrecht missbraucht werden. Und diese Leute, die teilweise in Parlamenten und Parteizentralen sowie in anerkannten Netzwerken sitzen, sind auf ihre Weise üble Schreibtischtäter und geistige Brandstifter, die suchende und sehnsuchtsvolle junge Menschen gleichsam als Hassfackeln missbrauchen und buchstäblich hinters Licht und ins Dunkel führen. Hier brauchen wir aber viel Licht und viel Transparenz sowie das mutige kritische Hinterfragen alle derer, die nicht wollen, dass wir in eine Gesellschaft der Dunkelheit und der Intoleranz sowie der Respektlosigkeit schliddern. Ich kann nur allen Menschen guten Willens zurufen: Wehret den Anfängen. Jetzt! Klärt auf und deckt auf! Wir alle haben die Chance, zu Trägern des Lichts zu werden.

Lohmann: Mehr Teilnehmer, aber auch mehr Gewalt von Gegendemonstranten

P1330772-1 KopieBerlin (kath.net/idea) Ein gemischtes Fazit des diesjährigen „Marsches für das Leben“ hat der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann (Foto), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea gezogen. Einerseits habe man bei der größten Lebensschutzdemonstration Deutschlands am 20. September in Berlin mit rund 5.000 Teilnehmern einen neuen Rekord verzeichnet. Andererseits seien die Gegendemonstranten in diesem Jahr gewalttätiger vorgegangen. „Diejenigen, die für das Leben sind, sind gegen Gewalt und umgekehrt“, sagte Lohmann. „Das zeigt sich Jahr für Jahr aufs Neue.“ Zu Protesten gegen den „Marsch für das Leben“ hatte neben dem Aktionsbündnis „what the fuck“ (Was zur Hölle) auch ein „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ aufgerufen. Ihm gehören unter anderem der Humanistische Verband Deutschlands an, sowie der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg. Auf den Plakaten der rund 300 Gegendemonstranten standen Parolen wie „Hätt Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“, „Gegen Christus“ oder „Heil Satan“. Dazu skandierten sie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“ oder „Frauenrecht statt Gottesknecht“. Mehrere Male gelang es den Gegendemonstranten, den Zug kurzzeitig aufzuhalten. Linke Störer entrissen den Teilnehmern des „Marsches für das Leben“ auch ihre weißen Holzkreuze, beschimpften oder bespuckten sie. Lohmann erklärte dazu, es mache ihn traurig, „dass es solche verwirrten jungen Leute gibt“. Sie könnten ihre hasserfüllten Parolen nur deswegen hinausschreien, weil ihre Eltern einmal „Ja“ zum Leben gesagt hätten. Gleichzeitig lobte Lohmann die Arbeit der Polizei, die ihre Sache „sehr gut gemacht“ habe.

Ablehnung von Linken, SPD und Grünen, Unterstützung von Union und AfD

Von den Parteien war der „Marsch für das Leben“ bereits im Vorfeld kontrovers diskutiert worden. Während Linke, SPD und Grüne sich ablehnend geäußert und zum Teil sogar Mittel bereitgestellt hatten, um zu Gegendemonstrationen zu mobilisieren, hatten Union und die „Alternative für Deutschland“ (AfD) überwiegend Unterstützung signalisiert. Einzelne Bundestags- oder Europaabgeordnete hatten an dem Marsch teilgenommen, so etwa Hubert Hüppe (CDU, Unna) oder Beatrix von Storch (AfD, Berlin). Andere Unionsabgeordnete hatten Grußworte geschickt.

Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich (CDU) dankte den Teilnehmern für „ein deutliches und mutiges Zeichen gegen das Unrecht der Abtreibung“. Heinrich: „Lassen Sie sich durch Verleumdungen, Stigmatisierungen und politische Gegenkampagnen nicht unterkriegen.“

Der Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg (CDU, Brilon) betonte, dass eine „Kultur des Lebens“ in Deutschland unverzichtbar sei. Viel zu häufig werde das Lebensrecht eines Menschen in unserem Land mit Füßen getreten.

Der Parlamentarier Andreas Schockenhoff (CDU, Ravensburg) ergänzte: Eine Gesellschaft, in der der Staat darüber entscheide oder andere darüber entscheiden lasse, wer leben darf, verliere ihre Menschlichkeit. Evangelische Kirche uneins

Auch die beiden großen Kirchen hatten sich unterschiedlich geäußert. Die römisch-katholische Kirche hatte sich von Anfang an mit den Zielen des Marsches identifiziert. Papst Franziskus, der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München), der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück (Traunwalchen/Oberbayern), und zahlreiche katholische Bischöfe hatten Grußworte gesandt.

Dagegen hatte sich die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz vom Marsch distanziert. Die Kirchenleitung hatte Bischof Markus Dröge per Beschluss gebeten, „die inhaltliche Differenz“ zum Veranstalter, dem Bundesverband Lebensrecht, zu verdeutlichen. Der Unterschied bestehe darin, dass die Kirche dafür eintrete, die Gewissensentscheidung einer Frau im Schwangerschaftskonflikt zu achten, hatte Pressesprecher Volker Jastrzembski (Berlin), auf Anfrage von idea erklärt. Auch der EKD-Ratsvorsitzende, Nikolaus Schneider (Berlin), sandte kein Grußwort. Grüße übermittelten dagegen der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July (Stuttgart), und der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald).

Foto Martin Lohmann (c) Lohmann Media

Zuerst erschienen auf kath.net am 22. September 2014, 09:40

P1070841-4BVL-Vorsitzender im kath.net-Interview zum Marsch für das Leben: „Wir treten friedlich und mahnend für das Leben ein, für das Lebensrecht eines jeden Menschen, für das grundlegende Menschenrecht auf Leben, für ein Europa des Lebens und der Freiheit“

Köln (kath.net) „Jeder Lebensschützer hat großes Herz mit Liebe zum Menschen, zum Leben eines jeden Menschen“. Dies sagt Martin Lohmann (Foto), Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL). Gegenüber kath.net erläutert er, worum es beim „Marsch für das Leben“ (20. September in Berlin) wirklich geht und lädt „alle Menschen guten Willens“ ein, gemeinsam in Berlin ein „Zeichen für Leben, Freiheit und Toleranz“ zu setzen.

kath.net: Herr Lohmann, seit einigen Jahren führen Sie den jährlichen Marsch für das Leben als Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL) an. In dieser Zeit ist der Marsch bunter und größer geworden. Auch thematisch sind Sie breiter unterwegs. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 4500 Teilnehmer. Worum geht es besonders?

Martin Lohmann: Es geht um das Leben und die Freiheit zum Leben. Es geht um Menschenrechte und Sicherheit. Es geht um Respekt und Toleranz. Uns, die wir zum Marsch einladen und zusammen mit so vielen Unterstützern des Lebens friedvoll demonstrieren, geht es um das Werben für eine humane Gesellschaft, in der niemand Angst um sein Leben haben muss. Ganz gleich, wie alt oder jung er ist, wie gesund oder krank, unabhängig von seinen Eigenschaften und Fähigkeiten.

Und es stimmt, dass wir unseren Marsch für das Leben weiterentwickelt haben. Aber der Kern bleibt nach wie vor wichtig: Wir gedenken der weit mehr als 100.000 Kinder, denen in Deutschland Jahr für Jahr durch Abtreibung das Leben genommen wird.

Auch wenn es ein Tabuthema ist: Abtreibung ist Tötung eine Menschen, aus welchen Motiven auch immer. Solange dies so ist, werden wir auf diesen Skandal, der eine schmerzvolle, offene Wunde in unserer Gesellschaft bildet, aufmerksam machen und dem Lebensrecht dieser Menschen eine Stimme geben.

kath.net: Sie plädieren für ein Europa ohne Abtreibung und ohne Euthanasie. Beides ist Ihnen wichtig?

Lohmann: Ja. Unbedingt. Und alle Lebensgefährdungen zwischen dem Anfang und dem natürlichen Ende sind ebenfalls unser Thema.

Es ist leider wahr, dass das Lebensrecht am Anfang und inzwischen auch am Ende sehr gefährdet ist. Und wir stehen deshalb auf gegen das Töten, weil es kein Tötungsrecht gibt, auch und gerade nicht in einer friedlichen und solidarischen Gesellschaft.

Und wir treten unsererseits offen, friedlich und mahnend für das Leben ein, für das Lebensrecht eines jeden Menschen, für das grundlegende Menschenrecht auf Leben. Wir sind also für ein Europa des Lebens und der Freiheit, für eine Gesellschaft, in der es keine Angst vor und keine Flucht von der Verantwortung gibt. Wir befürworten eine tatsächlich glaubwürdige Humanität. Immer. Freiheit und Selbstbestimmung sind sehr wichtig, aber für jeden und niemals um den „Preis“ der Tötung eines anderen Menschen.

Es gibt keine Alternative zum Ja zum Leben. Die Devise muss sein: Helfen statt töten! Wir brauchen sehr viel mehr Hilfsangebote und Solidarität für Menschen in Notsituationen, damit das Ja zum Leben besser gelingen kann.

Niemand soll um sein Leben fürchten müssen – auch nicht diejenigen, die sich nach ihrer Zeugung noch nicht selbst äußern können. Ebenso wenig diejenigen, die sich am Ende ihres Lebens nicht mehr richtig äußern können. Auch unter widrigsten umstehen müssen wir die Würde achten und verteidigen.

kath.net: Aber gerade beim Lebensende gibt es doch viel Leid – in der Argumentation um Sterbehilfe ist es ja gerade das Mitleid, das ins Feld geführt wird.

Lohmann: Ja, das verstehen wir sehr gut. Deshalb müssen wir viel mehr über Hilfen nachdenken und diese ermöglichen. Auch hier sage ich wieder: Helfen statt töten! Auch dadurch helfen, dass wir Schmerzen beseitigen – aber doch nicht Menschen! Menschenwürdig sterben können an der Hand eines Menschen, als Mensch. Aber nicht durch die Hand eines Menschen. Darum geht es.

Wir sind nicht die Herren über Leben und Tod. Wir sind nicht die Eigentümer, sondern die Bewahrer des Lebens.

Der Marsch für das Leben ist daher so etwas wie das Werben für das ganze Leben, und für Freiheit und Liebe. Nicht den Leidenden töten, sondern sein Leid! Die vielen tausend Unterstützer des Lebens, die nach Berlin kommen, setzen ein eindrucksvolles Zeichen für Humanität und Frieden. Ich bin jedem einzelnen, der sich die Mühe macht und kommt, sehr dankbar für dieses wichtige Signal.

Ich wiederhole gerne: Jeder Mensch ist liebens- und lebenswert. Jeder Mensch hat ein vorgegebenes Menschenrecht auf Leben.

Was die Teilnehmer des Lebensmarsches denken, sagen und tun, ist also nichts als letztlich völlig normal.

Sie erinnern daran, dass wir Sicherheit brauchen, dass jeder Mensch immer willkommen ist und Solidarität erfährt. Das ist wirklicher Fortschritt. Dafür stehen wir. Niemand darf zur Lebensgefahr für den Nächsten werden.

kath.net: Im BVL sind verschiedene christliche Lebensgruppen ökumenisch gemeinsam aktiv. Suchen Sie Unterstützer nur unter Christen?

Lohmann: Keineswegs. Alle Menschen guten Willens sind eingeladen, ein Zeugnis für das Leben zu geben. Und die Bewahrung des Lebens ist ja kein Exklusivrecht für Christen. Ich weiß, dass es gelegentlich auch Widerstände gibt. Aber ich verurteile niemanden, der die Botschaft vom Leben nicht oder noch nicht versteht.

Und da sage ich für uns, dass wir in diesem Fall, also gegenüber Hass und Gewalt eine entschiedene Nein-Bewegung sind. Wir lehnen Hass, Gewalt und Psychoterror ab, so wie wir die Tötung von Menschen ablehnen.

Und wir laden alle ein zum demokratischen, anständigen und wertschätzenden Dialog. Alles andere verhindert Humanität.

Auf jeden Fall gilt: Es gibt letztlich viel Bestätigung, wie gut und notwendig der Einsatz für das Leben ist. Alle Menschen guten Willens sind eingeladen, für das Leben zu streiten. Wir müssen Anwälte einer Kultur des Lebens des Respekts sein!

kath.net: Wer wird auf der Kundgebung vor dem Kanzleramt reden?

Lohmann: Betroffene, Experten, Menschen mit konkreter Erfahrung, Zeugen, die wissen, wovon sie reden. Es geht nicht um Vorwürfe oder Anklagen, es geht um Mut zum Leben. Es geht um die Befähigung zum Ja. Zum Ja zur Freiheit in Verantwortung und zum Ja zur Verantwortung in Freiheit.

kath.net: Der BVL hat ja auch konkrete Forderungen. Welche zum Beispiel? Manche behaupten, Sie wollten die Bestrafung von Abtreibungen.

Lohmann: Das gehört zum Baukasten der Verwirrung, den manche nutzen. Und es bleibt wahr, dass das Thema Strafe nicht unser Thema ist. Erstaunlich ist, dass es andere immer wieder aufbringen, vermutlich, weil wir in anderen Bereichen zu Recht Strafe als Hilfe begreifen. Aber bei der Abtreibung? Ich glaube, dass sich manche Frauen und Mütter, aber auch Väter, selbst strafen durch die Tötung eines Kindes.

Also nochmals: Strafe ist nicht unser Thema. Hilfe sehr wohl!

kath.net: Und was fordern Sie konkret?

Lohmann: Zum Beispiel das gesetzliche Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) und neuer genetischer Test (NIPD) zum Zweck der tödlichen Selektion potenziell behinderter Menschen und nach Geschlecht. Es darf keine Menschen erster und zweiter Wahl geben. Jeder Mensch ist erste Wahl!

Zudem müssen die geltenden Abtreibungsgesetze und ihre Praxis einer gründlichen, ehrlichen wie umfassenden Prüfung und Korrektur unterzogen werden. Mit dem flüchtigen Blick auf die offizielle Abtreibungsstatistik wird der Bundesgesetzgeber seiner Beobachtungs- und Korrekturpflicht nicht gerecht. Und ganz wichtig: Die Finanzierung der Abtreibung durch den Staat einzustellen. In Deutschland werden die Kosten für über 90 Prozent aller „beratenen“ Abtreibungen in Höhe von jährlich mehr als 40 Millionen Euro aus den Haushalten der Länder bestritten.

Das bisher für die Finanzierung von Abtreibungen verwendete Geld muss dann als Hilfe zum Leben für Schwangere und Familien zukunftswirksam eingesetzt werden.

kath.net: Und im Blick auf die Sterbehilfe-Diskussion?

Lohmann: Unter anderem dies: Dem drohenden Aufkommen von Sterbehilfe/Euthanasie muss Einhalt geboten werden. Jede Form der aktiven Beihilfe zum Suizid, nicht nur die gewerbsmäßige und organisierte, ist zum Schutz von Kranken strafbar zu stellen.

Niemand darf in eine moralische Zwangslage gebracht werden, sich rechtfertigen zu müssen, warum er leben will.

Es gibt kein menschenwürdiges Töten, es gibt aber ein menschenwürdiges Sterben. Jeder Mensch hat ein Recht auf Begleitung und Hilfe, auch in der Phase seines Sterbens. Deshalb brauchen wir eine menschenwürdige Sterbekultur, wozu die verstärkte Förderung der Palliativmedizin und flächendeckend angebotene Hospize gehören.

kath.net: Ja-Bewegung, Anwälte des Lebens, der Freiheit und der Toleranz – das hört sich gut und positiv an. Warum will man die Lebensschützer denn in eine dunkle Ecke drängen?

Lohmann: Das weiß ich nicht. Vielleicht aus Ratlosigkeit. Oder aus Angst vor Verantwortung und den Konsequenzen der uns geschenkten Freiheit? Oder weil man die braune Keule gebrauchen will, wider Wahrhaftigkeit, Fakten und Fairness? Keine Ahnung.

Es wird viel gelogen, wahrscheinlich aus Angst vor Leben, Aufklärung und Humanität. Denn eigentlich ist das Ja zum Leben ja das Normalste und Natürlichste von der Welt.

Aber ganz ehrlich: Wir lassen uns durch Verleumdungen, die übrigens alle friedvollen Lebensschützer diskriminieren, und durch Intoleranz nicht ablenken. Was wirklich ist, ist schließlich immer stärker als Lügen und Negativpropaganda über unsere notwendige und ehrliche Aufklärungsarbeit.

Wer will, kann sich ein eigenes Bild am Samstag machen und sehen, wer tolerant und friedlich ist und wer nicht.

Sicher ist: Jeder Unterstützer hat großes Herz mit sehr viel Liebe zum Menschen, mit Respekt vor dem Leben und Wert eines jeden Menschen und deswegen drängt uns das Unrecht gegenüber Menschen auf die Straße und in die Öffentlichkeit. Wir bleiben tolerant.

Foto Martin Lohmann (c) Lohmann Media

Zuerst erschienen auf kath.net am 19. September 2014, 09:40

P1070238 Kopie 2Martin Lohmann erhielt eine unverschämte Antwort einer thüringischen Landtagsabgeordeten der Linkspartei. kath.net bat den Lebensrechtler daraufhin um nähere Erläuterungen in einem Interview.

Köln (kath.net) „Ihren antifeministischen, antiemanzipatorischen und konservativen Dreck können Sie gerne behalten! Wir verbitten uns für die Zukunft weitere Mails Ihres Verbandes und hoffen inständig, dass Ihnen das Bündnis gegen den Marsch für das Leben am 20. September ordentlich in die Suppe spuckt.“ Diese Antwort erhielt Martin Lohmann (Foto), Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht und Chefredakteur des katholischen Fernsehsenders K-TV, von einer Abgeordneten des Thüringer Landtages auf seine freundliche Einladung zum Marsch für das Leben am 20. Sept. 2014 in Berlin. kath.net hat daraufhin bei dem Theologen nachgefragt.

kath.net: Herr Lohmann, es sind nur noch wenige Tage bis zum zehnten Marsch für das Leben, der sich ja seit Jahren immer größere Zustimmung erfreut und immer mehr Teilnehmer hat. Jetzt haben wir erfahren, dass es auch ausgesprochen unschöne Reaktionen auf Ihre freundlichen Einladungen gibt. Während sogar der Papst Sie unterstützt und sich mit den Teilnehmern verbindet, hat eine Linken-Politikerin per Mail ziemlich unverschämt antworten lassen. Stimmt das?

Martin Lohmann: Ja, leider. Und Ihr Wort von der Unverschämtheit scheint den Kern zu treffen. Denn diese Antwort auf unsere freundlichen Hinweise und Einladungen war in der Tat restlos schamlos.

kath.net: Was ist passiert?

Lohmann: Wir laden bekanntlich alle Menschen guten Willens zum Lebensmarsch ein, und wir informieren unsere Volksvertreter, auch die im Thüringer Landtag. Eine führende Volksvertreterin der Linkspartei hat meinem Mitarbeiter in unserer Berliner Geschäftsstelle daraufhin so antworten lassen:

„Ihren antifeministischen, antiemanzipatorischen und konservativen Dreck können Sie gerne behalten! Wir verbitten uns für die Zukunft weitere Mails Ihres Verbandes und hoffen inständig, dass Ihnen das Bündnis gegen den Marsch für das Leben am 20.September ordentlich in die Suppe spuckt.“

kath.net: Aber das ist ja eigentlich unglaublich, oder?

Lohmann: Es ist unglaublich niveaulos, respektlos und intolerant. Und es ist irgendwie traurig, dass manchen der Anstand und die humane Achtung vor dem Leben und den berechtigten Überzeugungen anderer Menschen offenbar so wahnsinnig schwer fallen. Wer so denkt und redet, verrät eklatante Defizite. Ist so jemand demokratiefähig? Wohl kaum. Und so jemand hält sich gar für regierungsfähig! Da lugt Böses aus solchen Worten einer Politikerin heraus. Hass ist eine Verbrüderung mit dem Bösen, gleichsam die Gefangennahme durch das Böse. Und Hass ist immer böse. Es sei denn, man hasst die Sünde, also das Böse. Ich habe keine Ahnung, was solche Leute wie diese Abgeordnete treibt, so weit nach unten zu rutschen.

kath.net: Sie sagen, es sei wohl im Auftrag einer führenden Linken in Thüringen geschrieben worden. Können Sie uns Näheres sagen?

Lohmann: Es handelt sich um die Antwort auf eine Mail an die Landesvorsitzende der Linkspartei in Thüringen.

kath.net: Was sagt Ihnen so etwas?

Lohmann: Dass wir sehr aufpassen müssen, wer das Volk vertreten kann und wer nicht. Wer so denkt und redet, ist meines Erachtens nicht demokratiefähig und hat kein Interesse an Freiheit und Leben. Wie sollte man so jemandem abnehmen können, wenn er von Toleranz redet und sich gegen Hass ausspricht?! Die Worte, die man uns da gegen jede Regel des Anstands und weit unter Niveau entgegenschleudert, zeugen leider von der Gefangenschaft in Intoleranz und hasserfüllter Verachtung. Und das ist alles andere als gesund.

kath.net: Was wünschen Sie sich für Ihren Marsch?

Lohmann: Ich wünsche und erwarte, dass auch diejenigen, die unsere Überzeugung von der Unantastbarkeit des Lebens nicht teilen, wenigstens Respekt und Toleranz aufbringen. Ich wünsche mir, dass man uns, die wir aus verschiedenen Religionen und aus allen Generationen friedvoll für das Leben in all seinen Phasen werben, nicht mit Gewalt und Hass begegnet. So wie wir Andersdenkende respektieren, so erwarten wir das auch umgekehrt. Wir sind für Argumente offen und für ein Gespräch, Hass und Intoleranz hingegen können wir jedenfalls nicht. Wir sind Demokraten mit dem Anspruch der Toleranz und der wirklichen Humanität.

Foto Martin Lohmann (c) Lohmann Media

Zuerst erschienen auf kath.net am 16. September 2014, 09:40

Martin Lohmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht, erhält Schreiben aus dem Vatikan: „Gerne verbindet sich der Heilige Vater mit den Teilnehmern und sendet ihnen herzliche Grüße“

 

 

Bonn/Berlin (kath.net/pm) Besondere Grüße hat der Bundesverband Lebensrecht (BVL) nun aus Rom bekommen. In einem dem BVL-Vorsitzenden Martin Lohmann übermittelten Schreiben teilt Pietro Kardinal Parolin, Staatsekretär Seiner Heiligkeit, mit, dass Papst Franziskus „davon Kenntnis erhalten“ habe, dass der BVL „auch in diesem Jahr einen Marsch für das Leben veranstaltet, um öffentlich für den Schutz des Lebens von seinem Anfang bis zum natürlichen Ende“ einzutreten. Wörtlich heißt es: „Gerne verbindet sich der Heilige Vater mit den Teilnehmern und sendet ihnen herzliche Grüße.“

„Ich gebe diese Grüße sofort an alle Freunde des Lebens weiter, zumal es eine große Freude ist, vom Papst bei diesem so wichtigen Zeugnis Unterstützung zu erfahren“, sagt BVL-Vorsitzender Martin Lohmann. „Franziskus stärkt uns alle und macht uns allen, die wir für ein Ja zum Leben und damit für wahre Humanität werben, richtig Mut“, so Lohmann. Er sei sehr dankbar für die klaren Worte und die Tatsache, dass sich der Papst „mit uns verbindet“.

In dem Schreiben aus dem Vatikan heißt es weiter: „Das Recht auf Leben ist Grundlage der Kultur und des verfassten Gemeinwesens. Jeder Mensch hat eine unverbrüchliche Würde. Er darf nicht zur Wegwerfware werden. Wo Menschen ausgesondert werden, beraubt sich die Gesellschaft der Wurzeln ihrer Existenz. Sie wird zu einem System, in dem alles dem Streben nach Gewinn und Nützlichkeit unterworfen ist und der Mensch als Person keine Rolle mehr spielt. Treten wir als Christen dafür ein, den unantastbaren Wert eines jeden Menschenlebens deutlich zu machen, der unabhängig vom augenblicklichen Nutzen ist. Mit dem Gebetswunsch, dass die Kultur des Lebens auch weiterhin in Deutschland eine Heimat hat, erbittet Papst Franziskus allen Teilnehmern des Marsches für das Leben von Herzen Gottes reichen Segen.“

 

Zuerst erschienen auf kath.net am 15. September 2014, 09:40

Martin Lohmann – auf meiner Facebook-Seite
17. Juni in der Nähe von Bonn · Bearbeitet
Auf katholisches.info erschien ein merkwürdiger Beitrag über mich aus der Feder eines Andreas Becker (wenn es den denn gibt?!), der “natürlich” den journalistischen Grundsatz, wenigstens einmal mit mir, über den er schrieb, Kontakt aufzunehmen, komplett ignorierte. Stattdessen schafft man viel Raum für absurde Verschwörungstheorien und will offenbar die gute und klare Arbeit im Lebensschutz torpedieren. Ob und inwieweit dieser blog seriös ist und wer dahinter steckt, entzieht sich meiner Kenntnis. Wer auch immer das ist und warum da jemand versucht, auf perfide Weise die guten Anliegen des Lebensschutzes als Helfershelfer der Gegner des Lebens zu belasten, ist vielleicht eine Frage des Niveaus, das bekanntlich von manchen auch noch ganz unten unterschritten Weden kann.

Manche verwechseln katholisch auch schon mal mit (eigener) Engstirnigkeit und pathologischer Verdächtigungsphantasie, so dass sie “ideenreich” hinter jedem und allem etwas wittern. Das ist aber nicht mein Niveau. Und für mich bedeutet katholisch nicht die Einladung zur scheuklappenhaften Engstirnigkeit, sondern die Befähigung zur Freiheit in der Verantwortung vor Gott, also zur Weite Jesu Christi.

Mir scheint, manche Superbesserwisser und offenbar erbsündenbefreiten Aburteiler würden selbst einem Paulus und einem Petrus den Glauben und die Glaubwürdigkeit absprechen. Schließlich war de eine mal Anführer einer Mörderbande, die den heiligen Stephans auf dem Gewissen hat, und der andere hat in der entscheidenden Stunde den Herrn verleugnet – was, oh Schreck, uns sogar frank und frei im Evangelium berichtet wird. Ganz zu schweigen vom früheren Lotterleben des späteren heiligen Augustinus.

Ganz ehrlich: solche selbstgerechten Supertypen, denen das Wort Barmherzigkeit nicht einmal theoretisch bekannt zu sein scheint, wecken Skepsis in mir – und Mitleid. Vielleicht haben sie etwas zu verbergen und trauen sich selbst die Güte und die Barmherzigkeit nicht zu, zu der Gott immer wieder einlädt – wie eben auch zur Umkehr. Gott sei Dank. Und DAS ist katholisch!

Zur Information:
Ich schrieb an katholisches.info:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte teilen Sie mir die Kontaktdaten des Autors Andreas Becker mit,
der über mich einen merkwürdigen Artikel bei Ihnen veröffentlicht
hat, ohne der journalistischen Sorgfaltspflicht zu genügen. Es gab
keinen einzigen Kontaktversuch dieses “Journalisten” zu mir. Eine
Einholung auch nur einer Stellungnahme meinerseits fand nicht einmal
als Versuch statt. Der Beitrag, den Ihnen Herr Becker geschrieben hat,
ist möglicherweise als Rufschädigung oder Verleumdung gedacht
gewesen.

Ich bitte um entsprechende Informationen / Kontaktdaten des Autors.
Andernfalls müsste jegliche Seriosität wohl zumindest angezweifelt
werden.“

Daraufhin: Die Kontaktdaten wurden mir nicht mitgeteilt. Stattdessen schrieb ein Herr Nardi:

„Sehr geehrter Herr Lohmann,

die Herausgeberschaft hat mir Ihre Mail weitergeleitet. Was mein Kollege Andreas Becker etwas pointiert formulierte, ist eine berechtigte Anfrage – wie zahlreiche, bei der Redaktion eingehende Reaktionen belegen -, wie der Marsch für das Leben künftig ausgerichtet sein soll. Da Herr Becker mir gegenüber bestätigte, Sie für den Artikel nicht kontaktiert zu haben, sind wir gerne bereit eine Stellungnahme von Ihnen zu veröffentlichen. Darin können Sie die Gründe für die umstrittene Einladung zur Teilnahme am “Marsch für das Leben” darlegen, die nicht an alle Menschen guten Willens, sondern ausdrücklich an den Verein Donum Vitae gerichtet ist. Ein Verein, der im expliziten Ungehorsam zur Katholischen Kirche entstanden ist und der laut Eigenangabe allein im Jahr 2010, “16.000 Konfliktberatungen (nach StGB § 219)” durchführte, an deren Ende die Ausstellung der “Bescheinigung nach Maßgabe des Schwangerschaftskonfliktgesetzes” steht, im Klartext die Lizenz zum straffreien Töten. Allein der Donum Vitae Regionalverband Hohenzollern e.V. gibt in seinem Jahresbericht 2013 an, 159 Beratungsscheine ausgestellt zu haben, “von sechs Frauen, die den Beratungsnachweis mitgenommen haben, wissen wir, dass sie sich für das Austragen ihres Kindes entschieden haben”. Den Umkehrschluß mit seiner dramatischen Tötungsbilanz überlasse ich gerne Ihnen.
Sie werden zugeben, daß Sie sich in zweifelhafte Gesellschaft begeben wollen. Noch zweifelhafter erscheint das, vielleicht im dialektischen Überschwang gutgemeinte, aber bedenkliche Zahlenspiel von Frau Kuby, daß es zwischen Donum Vitae und Lebensschützern eine 90prozentige Übereinstimmung gebe. Letztlich entscheidend sind nicht die 90 Prozent schöner Worte und guter Absichten, sondern die trennenden zehn Prozent, denn diese entscheiden knallhart über Leben und Tod eines Kindes.
Die Frage steht im Raum, was Sie sich von der Einladung an diesen Verein erwarten. Wer hinter Donum Vitae steht, ist bekannt. Daher die berechtigte Frage, ob hier indirekt jenen dahinterstehenden Kreisen in Politik, Kirche und Gesellschaft die Hand gereicht werden soll. Welchen Unterschied macht es, ob eine abtreibungsentschlossene Frau mit dem Schein von Pro Familia oder dem Schein von Donum Vitae ihr ungeborenes Kind töten läßt? Daß Donum vitae immer wieder mit dem Abtreibungslobbyisten Pro Familia zusammenarbeitete, dürfte Ihnen ja bekannt sein.

In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleibe ich mit besten Grüßen
Ihr Giuseppe Nardi“

Daraufhin schrieb ich:

„Sehr geehrter Herr Nardi,

ich bin ein wenig verwundert, dass Sie mir schreiben, nachdem doch ein Herr Andreas Becker seinen merkwürdigen Artikel über mich geschrieben hat. Könnten Sie mir bitte die Kontaktdaten des Autors zukommen lassen? Darum hatte ich ja – eigentlich nicht misszuverstehen – in meiner Mail gebeten.

Ich gehe doch davon aus, dass er sich einem Gespräch nicht verweigert. Ich bin jedenfalls zu einem persönlichen Gespräch mit Herrn Becker bereit.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Lohmann“

Eine Antwort steht aus.

Das süße Gift des Relativismus ist tiefer eingedrungen als vermutet. Wer genau hinschaut, muss erkennen: Es herrschen perfide Wahrheitsphobie und Intoleranz im Namen einer entleerten Aufklärung und einer missbrauchten Gleichberechtigung. Auch Christen sind vom mentalen Anti-Immun-Virus infiziert. Ein Zwischenruf wider die moderne Christenverfolgung und die Zerstörung des christlichen Menschenbildes.

Den ganzen Artikel als pdf lesen.

Der Artikel ist im VATICAN magazin 8-9/2013 erschienen.

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